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1. Mose 26
Isaak und die Brunnen

Das sechsundzwanzigste Kapitel gehört Isaak. In einer Teuerung heißt Gott ihn im Land bleiben und erneuert die Verheißungen an Abraham. In Gerar wird Isaak so reich, dass man ihn beneidet; er gräbt Brunnen um Brunnen, bis er Frieden findet, und schließt dann einen Bund mit König Abimelech.

Text: Lutherbibel 1912 (gemeinfrei). Titel, Einleitung und Illustrationen: Imago Biblia.

Verse 1 bis 6

„Ziehe nicht hinab nach Ägypten“

Es kam aber eine Teuerung ins Land nach der vorigen, so zu Abrahams Zeiten war. Und Isaak zog zu Abimelech, der Philister König, zu Gerar.

Da erschien ihm der HERR und sprach: Ziehe nicht hinab nach Ägypten, sondern bleibe in dem Lande, das ich dir sage.

Sei ein Fremdling in diesem Lande, und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Samen will ich alle diese Länder geben und will meinen Eid bestätigen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe,

und will deinem Samen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinem Samen alle diese Länder geben. Und durch deinen Samen sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden,

darum daß Abraham meiner Stimme gehorsam gewesen ist und hat gehalten meine Rechte, meine Gebote, meine Weise und mein Gesetz.

Also wohnte Isaak zu Gerar.

Bei Sonnenuntergang auf trockenem, rissigem Boden blickt Isaak, auf seinen Stab gestützt, neben seiner an einer Wegkreuzung haltenden Karawane zum Himmel; Rebekka sieht ihm vom Zelt aus zu.

Verse 7 bis 11

Abimelech am Fenster

Und wenn die Leute an demselben Ort fragten nach seinem Weibe, so sprach er: Sie ist meine Schwester. Denn er fürchtete sich zu sagen: Sie ist mein Weib; sie möchten mich erwürgen um Rebekkas willen, denn sie war schön von Angesicht.

Als er nun eine Zeitlang da war, sah Abimelech, der Philister König, durchs Fenster und ward gewahr, daß Isaak scherzte mit seinem Weibe Rebekka.

Da rief Abimelech den Isaak und sprach: Siehe, es ist dein Weib. Wie hast du denn gesagt: Sie ist meine Schwester? Isaak antwortete ihm: Ich gedachte, ich möchte vielleicht sterben müssen um ihretwillen.

Abimelech sprach: Warum hast du das getan? Es wäre leicht geschehen, daß jemand vom Volk sich zu deinem Weibe gelegt hätte, und hättest also eine Schuld auf uns gebracht.

Da gebot Abimelech allem Volk und sprach: Wer diesen Mann oder sein Weib antastet, der soll des Todes sterben.

Von einem Fenster seines Palastes sieht König Abimelech Isaak und Rebekka, die Hand in Hand und lachend über einen sonnigen Hof gehen.

Verse 12 bis 16

Die hundertfältige Ernte

Und Isaak säte in dem Lande und erntete desselben Jahres hundertfältig; denn der HERR segnete ihn.

Und er ward ein großer Mann und nahm immer mehr zu, bis er sehr groß ward,

daß er viel Gut hatte an kleinem und großem Vieh und ein großes Gesinde. Darum beneideten ihn die Philister

und verstopften alle Brunnen, die seines Vaters Knechte gegraben hatten zur Zeit Abrahams, seines Vaters, und füllten sie mit Erde;

daß auch Abimelech zu ihm sprach: Ziehe von uns, denn du bist uns zu mächtig geworden.

In einem goldenen Gerstenfeld sieht Isaak seinen Knechten zu, die gewaltige Garben schneiden; Philister beobachten ihn mit verschränkten Armen, andere schütten einen Brunnen mit Erde zu.

Verse 17 bis 22

Die Brunnen Esek, Sitna und Rehoboth

Da zog Isaak von dannen und schlug sein Gezelt auf im Grunde Gerar und wohnte allda

und ließ die Wasserbrunnen wieder aufgraben, die sie zu Abrahams, seines Vaters, Zeiten gegraben hatten, welche die Philister verstopft hatten nach Abrahams Tod, und nannte sie mit demselben Namen mit denen sie sein Vater genannt hatte.

Auch gruben Isaaks Knechte im Grunde und fanden daselbst einen Brunnen lebendigen Wassers.

Aber die Hirten von Gerar zankten mit den Hirten Isaaks und sprachen: Das Wasser ist unser. Da hieß er den Brunnen Esek, darum daß sie ihm unrecht getan hatten.

Da gruben sie einen andern Brunnen. Darüber zankten sie auch, darum hieß er ihn Sitna.

Da machte er sich von dannen und grub einen andern Brunnen. Darüber zankten sie sich nicht; darum hieß er ihn Rehoboth und sprach: Nun hat uns der HERR Raum gemacht und uns wachsen lassen im Lande.

In einem weiten Tal streiten Hirten an zwei Brunnen, während im Vordergrund an einem dritten Brunnen Isaak zusieht, wie seine Knechte friedlich die Herden tränken.

Verse 23 bis 25

Die Nacht in Beer-Seba

Darnach zog er von dannen gen Beer-Seba.

Und der HERR erschien ihm in derselben Nacht und sprach: Ich bin deines Vaters Abrahams Gott. Fürchte dich nicht; denn ich bin mit dir und will dich segnen und deinen Samen mehren um meines Knechtes Abraham willen.

Da baute er einen Altar daselbst und predigte von dem Namen des HERRN und richtete daselbst seine Hütte auf, und seine Knechte gruben daselbst einen Brunnen.

Nachts unter dem Sternenhimmel kniet Isaak an einem Steinaltar mit Feuer und hebt Augen und Hände zum Himmel; hinter ihm werden Zelte aufgeschlagen und ein Brunnen gegraben.

Verse 26 bis 33

Der Bund mit Abimelech

Und Abimelech ging zu ihm von Gerar, und Ahussat, sein Freund, und Phichol, sein Feldhauptmann.

Aber Isaak sprach zu ihnen: Warum kommt ihr zu mir? Haßt ihr mich doch und habt mich von euch getrieben.

Sie sprachen: Wir sehen mit sehenden Augen, daß der HERR mit dir ist. Darum sprachen wir: Es soll ein Eid zwischen uns und dir sein, und wir wollen einen Bund mit dir machen,

daß du uns keinen Schaden tust, gleichwie wir dir nichts denn alles Gute getan haben und dich mit Frieden haben ziehen lassen. Du aber bist nun der Gesegnete des HERRN.

Da machte er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken.

Und des Morgens früh standen sie auf und schwur einer dem andern; und Isaak ließ sie gehen, und sie zogen von ihm mit Frieden.

Desselben Tages aber kamen Isaaks Knechte und sagten ihm an von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, und sprachen zu ihm: Wir haben Wasser gefunden.

Und er nannte ihn Seba; daher heißt die Stadt Beer-Seba bis auf den heutigen Tag.

Bei einem Mahl vor dem Zelt heben Isaak und König Abimelech die Hand zum Schwur, mit Phichol und einem Ratgeber; in der Ferne läuft ein Knecht von einem Brunnen voller Wasser herbei.

Verse 34 und 35

Der Kummer Isaaks und Rebekkas

Da Esau vierzig Jahre alt war, nahm er zum Weibe Judith, die Tochter Beeris, des Hethiters, und Basmath, die Tochter Elons, des Hethiters.

Die machten beide Isaak und Rebekka eitel Herzeleid.

Bei Sonnenuntergang kommt Esau mit seinen beiden prächtig geschmückten hethitischen Frauen; vor dem Zelt sitzen Isaak und Rebekka und sehen ihnen traurig entgegen.