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1. Mose 3
Der Sündenfall

Das dritte Kapitel erzählt, wie die Schlange die Frau dazu bringt, an Gottes Wort zu zweifeln, und wie Mann und Frau von der verbotenen Frucht essen. Es beschreibt, was folgt: Scham, Angst, ein Leben voller Mühe und schließlich die Vertreibung aus dem Garten Eden.

Text: Lutherbibel 1912 (gemeinfrei). Titel, Einleitung und Illustrationen: Imago Biblia.

Verse 1 bis 5

Die Schlange

Und die Schlange war listiger denn alle Tiere auf dem Felde, die Gott der HERR gemacht hatte, und sprach zu dem Weibe: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von den Früchten der Bäume im Garten?

Da sprach das Weib zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;

aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Eßt nicht davon, rührt's auch nicht an, daß ihr nicht sterbt.

Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet mitnichten des Todes sterben;

sondern Gott weiß, daß, welches Tages ihr davon eßt, so werden eure Augen aufgetan, und werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Unter dem Baum mit den goldenen Früchten spricht eine große Schlange, um einen Ast gewunden, zu der Frau, die die Hand nach einer Frucht ausstreckt; der Mann schaut zu.

Verse 6 und 7

Die verbotene Frucht

Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß.

Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze.

Die Frau reicht dem Mann eine angebissene goldene Frucht; beide tragen Schurze aus Feigenblättern, unter dem Blick der Schlange.

Verse 8 bis 13

„Wo bist du?“

Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten.

Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du?

Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.

Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen?

Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß.

Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß.

Am Abend verstecken sich Mann und Frau ängstlich hinter den Bäumen des Gartens, während ein Licht zwischen den Stämmen hindurchzieht.

Verse 14 und 15

Das Urteil über die Schlange

Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang.

Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

Ein symbolisches Bild: Ein menschlicher Fuß setzt sich auf den Kopf einer Schlange, die im Staub kriecht und zu beißen versucht.

Verse 16 bis 19

Mühe und Staub

Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.

Und zu Adam sprach er: Dieweil du hast gehorcht der Stimme deines Weibes und hast gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren dein Leben lang.

Dornen und Disteln soll er dir tragen, und sollst das Kraut auf dem Felde essen.

Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis daß du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.

In der Abendsonne bearbeitet der Mann mühsam einen Boden voller Steine und Disteln, während die Frau erschöpft auf einem Felsen sitzt.

Verse 20 und 21

Die Röcke aus Fellen

Und Adam hieß sein Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist aller Lebendigen.

Und Gott der HERR machte Adam und seinem Weibe Röcke von Fellen und kleidete sie.

Mann und Frau, in Röcke aus Fellen gekleidet, stehen nebeneinander in sanftem Abendlicht.

Verse 22 bis 24

Aus dem Garten vertrieben

Und Gott der HERR sprach: Siehe, Adam ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, daß er nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich!

Da wies ihn Gott der HERR aus dem Garten Eden, daß er das Feld baute, davon er genommen ist,

und trieb Adam aus und lagerte vor den Garten Eden die Cherubim mit dem bloßen, hauenden Schwert, zu bewahren den Weg zu dem Baum des Lebens.

Mann und Frau entfernen sich, von hinten gesehen, aus dem Garten, während zwei leuchtende Cherubim und ein flammendes Schwert den Eingang bewachen.