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1. Mose 2
Der Garten Eden

Das zweite Kapitel beginnt mit der Ruhe Gottes am siebenten Tag und erzählt dann die Schöpfung noch einmal aus der Nähe. Es berichtet, wie Gott der HERR den Menschen aus Erde formt, den Garten in Eden pflanzt und die Frau erschafft, damit der Mensch nicht allein sei.

Text: Lutherbibel 1912 (gemeinfrei). Titel, Einleitung und Illustrationen: Imago Biblia.

Siebter Tag · Verse 1 bis 3

Die Ruhe Gottes

Also ward vollendet Himmel und Erde mit ihrem ganzen Heer.

Und also vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er machte.

Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, darum daß er an demselben geruht hatte von allen seinen Werken, die Gott schuf und machte.

Eine friedliche Landschaft im Morgenlicht: ein Löwe liegt neben den Schafen, Ziegen und Gazellen ruhen an einem Fluss.

Verse 4 bis 7

Der Mensch aus Erde

Also ist Himmel und Erde geworden, da sie geschaffen sind, zu der Zeit, da Gott der HERR Erde und Himmel machte.

Und allerlei Bäume auf dem Felde waren noch nicht auf Erden, und allerlei Kraut auf dem Felde war noch nicht gewachsen; denn Gott der HERR hatte noch nicht regnen lassen auf Erden, und es war kein Mensch, der das Land baute.

Aber ein Nebel ging auf von der Erde und feuchtete alles Land.

Und Gott der HERR machte den Menschen aus einem Erdenkloß, uns blies ihm ein den lebendigen Odem in seine Nase. Und also ward der Mensch eine lebendige Seele.

Auf roter, kahler Erde liegt ein Mann im Nebel und empfängt einen Lichtstrahl, der vom Himmel herabkommt.

Verse 8 und 9

Der Garten in Eden

Und Gott der HERR pflanzte einen Garten in Eden gegen Morgen und setzte den Menschen hinein, den er gemacht hatte.

Und Gott der HERR ließ aufwachsen aus der Erde allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.

Ein üppiger Garten, durchzogen von einem Fluss, mit zwei großen Bäumen in der Mitte: einer leuchtend, der andere mit goldenen Früchten.

Verse 10 bis 14

Die vier Ströme

Und es ging aus von Eden ein Strom, zu wässern den Garten, und er teilte sich von da in vier Hauptwasser.

Das erste heißt Pison, das fließt um das ganze Land Hevila; und daselbst findet man Gold.

Und das Gold des Landes ist köstlich; und da findet man Bedellion und den Edelstein Onyx.

Das andere Wasser heißt Gihon, das fließt um um das ganze Mohrenland.

Das dritte Wasser heißt Hiddekel, das fließt vor Assyrien. Das vierte Wasser ist der Euphrat.

Gemalte Karte des Vorderen Orients: Von einem Garten in der Mitte teilt sich ein Strom in vier Arme, die zu den Meeren fließen; Gold und Edelsteine säumen einen von ihnen. Der Strom, der aus Eden geht Pison Gihon Hiddekel (Tigris) Euphrat

Verse 15 bis 17

Den Garten bauen und bewahren

Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, daß er ihn baute und bewahrte.

Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten;

aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon ißt, wirst du des Todes sterben.

Der Mann schneidet im Garten einen Feigenbaum an einem Bach zurück; in der Ferne steht der Baum mit den goldenen Früchten.

Verse 18 bis 20

Die Namen der Tiere

Und Gott der HERR sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.

Denn als Gott der HERR gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn der wie Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen.

Und der Mensch gab einem jeglichen Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre.

Auf einem Felsen stehend hebt der Mann die Hand, während Löwen, Rinder, Schafe, Pferde, ein Bär, Gazellen und Vögel an ihm vorüberziehen.

Verse 21 bis 25

Die Frau

Da ließ Gott der HERR einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloß die Stätte zu mit Fleisch.

Und Gott der HERR baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm.

Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist.

Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.

Und sie waren beide nackt, der Mensch und das Weib, und schämten sich nicht.

Unter einem Baum im Garten erwacht der Mann und sieht die Frau vor sich stehen; die beiden schauen einander voller Freude an.