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1. Mose 9
Der Regenbogen des Bundes

Das neunte Kapitel eröffnet einen neuen Anfang: Gott segnet Noah und seine Söhne und schließt einen Bund mit ihnen und mit allem Lebendigen, mit dem Bogen in den Wolken als Zeichen: Es soll keine Sintflut mehr kommen. Danach erzählt das Kapitel von Noahs Weinberg und seinen letzten Worten an seine Söhne.

Text: Lutherbibel 1912 (gemeinfrei). Titel, Einleitung und Illustrationen: Imago Biblia.

Verse 1 bis 7

„Seid fruchtbar und mehrt euch“

Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde.

Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben.

Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.

Allein eßt das Fleisch nicht, das noch lebt in seinem Blut.

Auch will ich eures Leibes Blut rächen und will's an allen Tieren rächen und will des Menschen Leben rächen an einem jeglichen Menschen als dem, der sein Bruder ist.

Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll auch durch Menschen vergossen werden; denn Gott hat den Menschen zu seinem Bilde gemacht.

Seid fruchtbar und mehrt euch und regt euch auf Erden, daß euer viel darauf werden.

Am Berghang hebt Noah die Arme zum Himmel, um seine Familie zu segnen, umgeben von Brot und Früchten; die leere Arche ruht dahinter und die Tiere halten Abstand.

Verse 8 bis 17

Der Bogen in den Wolken

Und Gott sagte zu Noah und seinen Söhnen mit ihm:

Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit eurem Samen nach euch

und mit allem lebendigen Getier bei euch, an Vögeln, an Vieh und an allen Tieren auf Erden bei euch, von allem, was aus dem Kasten gegangen ist, was für Tiere es sind auf Erden.

Und richte meinen Bund also mit euch auf, daß hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll mit dem Wasser der Sintflut, und soll hinfort keine Sintflut mehr kommen, die die Erde verderbe.

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich:

Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein des Bundes zwischen mir und der Erde.

Und wenn es kommt, daß ich Wolken über die Erde führe, so soll man meinen Bogen sehen in den Wolken.

Alsdann will ich gedenken an meinen Bund zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen in allerlei Fleisch, daß nicht mehr hinfort eine Sintflut komme, die alles Fleisch verderbe.

Darum soll mein Bogen in den Wolken sein, daß ich ihn ansehe und gedenke an den ewigen Bund zwischen Gott und allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist.

Und Gott sagte zu Noah: Das sei das Zeichen des Bundes, den ich aufgerichtet habe zwischen mir und allem Fleisch auf Erden.

Von hinten gesehen betrachtet Noahs Familie auf einem Hügel einen großen Regenbogen über einem grünen Tal, in dem Tiere weiden; die Arche ruht in der Ferne.

Verse 18 und 19

Die drei Söhne bevölkern die Erde

Die Söhne Noahs, die aus dem Kasten gingen, sind diese: Sem, Ham und Japheth. Ham aber ist der Vater Kanaans.

Das sind die drei Söhne Noahs, von denen ist alles Land besetzt.

Bei Sonnenaufgang winken Noah und seine Frau ihren drei Söhnen nach, die mit ihren Familien, Eseln und Schafen zu den Bergen, den Ebenen und dem Meer aufbrechen.

Verse 20 bis 23

Der Weinberg und das Kleid

Noah aber fing an und ward ein Ackermann und pflanzte Weinberge.

Und da er von dem Wein trank, ward er trunken und lag in der Hütte aufgedeckt.

Da nun Ham, Kanaans Vater, sah seines Vaters Blöße, sagte er's seinen beiden Brüdern draußen.

Da nahmen Sem und Japheth ein Kleid und legten es auf ihrer beider Schultern und gingen rücklings hinzu und deckten des Vaters Blöße zu; und ihr Angesicht war abgewandt, daß sie ihres Vater Blöße nicht sahen.

In der Abenddämmerung gehen zwei Brüder in einem Weinberg rücklings auf ein Zelt zu, ein großes Kleid auf den Schultern und das Angesicht abgewandt, während der dritte mit verschränkten Armen abseits steht.

Verse 24 bis 29

Noahs letzte Worte

Als nun Noah erwachte von seinem Wein und erfuhr, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte,

sprach er: Verflucht sei Kanaan und sei ein Knecht aller Knechte unter seinen Brüdern!

und sprach weiter: Gelobt sei der HERR, der Gott Sem's; und Kanaan sei sein Knecht!

Gott breite Japheth aus, und lasse ihn wohnen in den Hütten des Sem; und Kanaan sei sein Knecht!

Noah aber lebte nach der Sintflut dreihundertfünfzig Jahre,

daß sein ganzes Alter ward neunhundertundfünfzig Jahre, und starb.

In einem von einer Öllampe erleuchteten Zelt spricht der alte Noah ernst mit erhobener Hand; zwei seiner Söhne hören mit gesenktem Kopf zu, der dritte steht abseits.