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1. Mose 14
Abram und Melchisedek

Das vierzehnte Kapitel erzählt von einem Krieg zwischen Königen: Vier Könige aus dem Osten besiegen die fünf Könige der Gegend um Sodom und führen Lot gefangen weg. Abram jagt ihnen mit seinen Knechten nach und bringt Lot und alle Habe zurück. Bei seiner Rückkehr segnet ihn Melchisedek, König von Salem und Priester Gottes des Höchsten.

Text: Lutherbibel 1912 (gemeinfrei). Titel, Einleitung und Illustrationen: Imago Biblia.

Verse 1 bis 7

Der Krieg der Könige

Und es begab sich zu der Zeit des Königs Amraphel von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomors, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs der Heiden,

daß sie kriegten mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem König von Gomorra, und mit Sineab, dem König von Adama, und mit Semeber, dem König von Zeboim, und mit dem König von Bela, das Zoar heißt.

Diese kamen alle zusammen in das Tal Siddim, wo nun das Salzmeer ist.

Denn sie waren zwölf Jahre unter dem König Kedor-Laomor gewesen, und im dreizehnten Jahr waren sie von ihm abgefallen.

Darum kam Kedor-Laomor und die Könige, die mit ihm waren, im vierzehnten Jahr und schlugen die Riesen zu Astharoth-Karnaim und die Susiter zu Ham und die Emiter in dem Felde Kirjathaim

und die Horiter auf dem Gebirge Seir, bis El-Pharan, welches an die Wüste stößt.

Darnach wandten sie um und kamen an den Born Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Land der Amalekiter, dazu die Amoriter, die zu Hazezon-Thamar wohnten.

Vier Könige in bestickten Gewändern und mit goldenen Stirnreifen führen ein langes Heer von Speerträgern und beladenen Eseln unter roten, blauen, weißen und grünen Bannern, das sich durch die Wüste windet.

Verse 8 bis 12

Lot wird gefangen weggeführt

Da zogen aus der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adama, der König von Zeboim und der König von Bela, das Zoar heißt, und rüsteten sich, zu streiten im Tal Siddim

mit Kedor-Laomor, dem König von Elam, und mit Thideal, dem König der Heiden, und mit Amraphel, dem König von Sinear, und mit Arioch, dem König von Ellasar: vier Könige mit fünfen.

Das Tal Siddim aber hatte viel Erdharzgruben; und die Könige von Sodom und Gomorra wurden in die Flucht geschlagen und fielen da hinein, und was übrig blieb, floh auf das Gebirge.

Da nahmen sie alle Habe zu Sodom und Gomorra und alle Speise und zogen davon.

Sie nahmen auch mit sich Lot, Abrams Bruderssohn, und seine Habe, denn er wohnte zu Sodom, und zogen davon.

In der salzigen Ebene von Siddim, übersät mit Erdharzgruben und zurückgelassenen Schilden, gehen Lot, seine Frau und seine beiden Töchter mit gesenktem Kopf unter den Gefangenen, begleitet von Soldaten und beladenen Eseln; eine Stadt am Meer raucht.

Verse 13 bis 16

Die Verfolgung bis Hoba

Da kam einer, der entronnen war, und sagte es Abram an, dem Ausländer, der da wohnte im Hain Mamres, des Amoriters, welcher ein Bruder war Eskols und Aners. Diese waren mit Abram im Bunde.

Als nun Abram hörte, daß sein Bruder gefangen war, wappnete er seine Knechte, dreihundertundachtzehn, in seinem Hause geboren, und jagte ihnen nach bis gen Dan

und teilte sich, fiel des Nachts über sie mit seinen Knechten und schlug sie und jagte sie bis gen Hoba, das zur Linken der Stadt Damaskus liegt,

und brachte alle Habe wieder, dazu auch Lot, seinen Bruder, mit seiner Habe, auch die Weiber und das Volk.

Gemalte Karte Kanaans: Ein gepunkteter Weg führt von den Zelten bei Mamre am Toten Meer vorbei und den Jordan entlang bis Dan, dann über Damaskus hinaus. Tal Siddim (V. 3) Sodom (V. 11) Hain Mamre (V. 13) Dan (V. 14) Hoba, bei Damaskus (V. 15)

Verse 17 bis 20

Melchisedek, König von Salem

Als er nun wiederkam von der Schlacht des Kedor-Laomor und der Könige mit ihm, ging ihm entgegen der König von Sodom in das Feld, das Königstal heißt.

Aber Melchisedek, der König von Salem, trug Brot und Wein hervor. Und er war ein Priester Gottes des Höchsten.

Und segnete ihn und sprach: Gesegnet seist du, Abram, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat;

und gelobt sei Gott der Höchste, der deine Feinde in deine Hand beschlossen hat. Und demselben gab Abram den Zehnten von allem.

Vor einer ummauerten Stadt auf einem Hügel reicht Melchisedek, ein alter Mann mit weißem Bart in weißem Leinen, Brot und einen Krug Wein und hebt die Hand, um Abram zu segnen, der sich verneigt; ein Knecht bringt Schafe, die befreiten Gefangenen schauen zu.

Verse 21 bis 24

„Nicht einen Faden noch einen Schuhriemen“

Da sprach der König von Sodom zu Abram: Gib mir die Leute; die Güter behalte dir.

Aber Abram sprach zu dem König von Sodom: Ich hebe mein Hände auf zu dem HERRN, dem höchsten Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat,

daß ich von allem, was dein ist, nicht einen Faden noch einen Schuhriemen nehmen will, daß du nicht sagst, du hast Abram reich gemacht;

ausgenommen, was die Jünglinge verzehrt haben; und die Männer Aner, Eskol und Mamre, die mit mir gezogen sind, die laß ihr Teil nehmen.

Neben Truhen, goldenen Gefäßen und Stoffen bietet der prächtig gekleidete König von Sodom die Beute an; Abram lehnt mit erhobener Hand ab und zeigt mit der anderen zum Himmel, während seine jungen Männer Brot essen.